Knapp eine Woche nach dem Minor-Release hat Shopware am 7. Oktober 6.7.15.1 veröffentlicht. Das Patch-Release behebt sechs Punkte, zwei davon stuft Shopware als kritisch ein: Regeln im Rule Builder, die seit 6.7.14.0 Positionen im Warenkorb übersehen haben, und Theme-Dateien, die nach dem Neukompilieren zu früh gelöscht wurden. Dazu kommen zwei Korrekturen für Fehler aus 6.7.14.0 und 6.7.15.0, eine erneute Änderung am GARAN-Label in der Bestellbestätigung und der vollständige Gewährleistungshinweis im Checkout. Neue Funktionen bringt das Release nicht.
Das ändert sich im Shop-Alltag
- Regeln beachten wieder alle Warenkorb-Positionen Seit 6.7.14.0 haben Regeln im Rule Builder, die den Warenkorb prüfen, nur noch normale Produkte beachtet. Lag eine andere Position im Warenkorb, etwa eine Gutschrift oder eine Position aus einem Plugin, konnten laut Shopware Versandarten verschwinden oder Aktionen nicht greifen, wenn die Regel verneint formuliert war, etwa mit „sind keine von“. Jetzt beachten die Regeln wieder alle Positionen. An Plugins muss nichts geändert werden.
- Theme-Dateien bleiben nach dem Neukompilieren einen Tag liegen Nach dem Neukompilieren eines Themes, zum Beispiel bei einem Update, konnte Shopware die bisherigen Theme-Dateien sofort löschen. Seiten, die noch aus dem Cache oder von einem CDN kamen, fanden ihre Stylesheets und Skripte dann nicht mehr. Jetzt bleiben die alten Dateien nach dem Umschalten mindestens 24 Stunden erhalten, bevor Shopware sie aufräumt.
- GARAN-Label in der Bestellbestätigung, dritte Änderung in Folge Shopware hat die Technik hinter dem Label in der Mail erneut umgebaut, laut eigener Angabe damit es auch während eines laufenden Updates mit parallel laufenden Servern funktioniert. Shops mit unveränderter Standardvorlage bekommen das automatisch. Wer die Vorlage selbst angepasst hat, muss sie laut Shopware noch einmal anpassen, siehe Entwicklerteil.
- Digitale Produkte: Bestellmenge wieder nach Einstellung Seit 6.7.14.0 konnten Kunden von einem digitalen Produkt nur ein Stück pro Bestellung kaufen, egal was am Produkt eingestellt war. Jetzt gilt wieder die maximale Abnahme am Produkt. Wer bei einem Stück bleiben will, trägt dort 1 ein.
- Verkaufskanäle vom Typ Produktvergleich lassen sich wieder speichern Seit 6.7.15.0 ließen sich Verkaufskanäle, die weder Storefront noch Headless sind, nicht mehr speichern, wenn ihre Standardwährung nicht in der Währungsliste stand. Das geht jetzt wieder.
- Vollständiger Gewährleistungshinweis im Checkout Eine neue Einstellung in den Warenkorb-Einstellungen zeigt den gesetzlichen Gewährleistungshinweis im Checkout als vollständigen Text unter den AGB statt nur als Link. Sie ist standardmäßig aus und setzt voraus, dass der Hinweis eingeschaltet ist. Die 6.6er-Reihe hat das seit 6.6.10.28, den Hintergrund finden Sie im Eintrag dort. Ob und wie das für den eigenen Shop gilt, müssen Händler selbst beurteilen.
Das sollten Sie vor dem Update prüfen
- Digitale Produkte Nach dem Update können Kunden wieder mehr als ein Stück kaufen, wenn am Produkt keine maximale Abnahme von 1 steht. Vorher einmal durchsehen.
- Angepasste Regeln Wer Regeln umgebaut hat, um fehlende Versandarten oder blockierte Aktionen zu umgehen, sieht sie nach dem Update noch einmal durch. Die Bedingungen greifen jetzt wieder wie vor 6.7.14.0.
- Eigene Bestellbestätigungs-Mail Wer die Vorlage selbst gepflegt hat, muss den GARAN-Teil erneut anpassen. Bei unveränderter Standardvorlage ist nichts zu tun.
- Wer noch unterhalb von 6.7.15.0 ist Direkt auf 6.7.15.1 gehen und die Hinweise zum Admin-Umbau aus dem Eintrag zu 6.7.15.0 beachten.
Für Entwickler und angebundene Systeme
- Rule Builder Die Positionsbedingungen werten eine Position anhand der Daten aus, die sie trägt, nicht mehr anhand ihres Typs. Betroffen waren seit 6.7.14.0 Custom- und Credit-Line-Items sowie Line-Items aus Erweiterungen, laut Shopware etwa unter „Item with tag / All / Are none of“. Eigene Line-Item-Typen funktionieren wieder ohne Anpassung.
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Theme-Verzeichnisse
Bisher zählte das Alter von
public/theme/ab der Kompilierung, nicht ab dem Umschalten; ein vor Wochen kompiliertes Theme wurde beim nächsten Aufräumen sofort entfernt, Seiten aus HTTP-Cache oder CDN liefen auf 404. Die geplante Aufgabetheme.delete_filesarbeitet jetzt zweistufig: Erst markiert sie ein ungenutztes Verzeichnis mit einer Datei.retired, sofern alle Dateien älter als 24 Stunden sind, bei einem späteren Lauf löscht sie es, sobald die Markierung mindestens 24 Stunden alt ist; mit dem täglichen Intervall also 24 bis 48 Stunden nach dem Umschalten. Ein wieder aktiviertes Verzeichnis (etwatheme:change --no-compile) verliert die Markierung, ein Verzeichnis mit laufender Kompilierung bleibt unangetastet.theme:compileundtheme:changeräumen nicht mehr selbst auf, das hatte 6.7.14.0 eingeführt;--no-cleanupist veraltet, ohne Wirkung und fällt mit 6.8.0.0 weg, also aus Deploy-Skripten entfernen. Da das Aufräumen nur noch über die geplante Aufgabe läuft, passiert ohne laufende Scheduled Tasks nach unserer Lesart nichts mehr. -
GARAN in Mail-Vorlagen
Die Bestellbestätigung liest das Label aus der neuen Template-Variable
garanLabels; der Twig-Filtersw_garan_label_mailaus 6.7.15.0 ist veraltet. In angepassten VorlagennestedItem.productId|sw_garan_label_mail(context)durchgaranLabels[nestedItem.productId] ?? nullersetzen, in der TextfassunglineItem.productId|sw_garan_label_mail(context)durchgaranLabels[lineItem.productId] ?? null.garanLabelswird an jede Mail-Vorlage übergeben, die die Variable referenziert und einorderin ihren Daten hat. Laut der Changelog-Datei zur parallelen 6.6er-Änderung setztGaranLabelMailSubscriberdie Variable aufMailBeforeValidateEvent, damit Vorlagen bei einem Blue-Green-Deployment keinen Filter brauchen, den Knoten mit älterem Code nicht kennen; der Filter funktioniert demnach weiter. Eine Migration schreibt die Vorlage nur in Shops neu, die sie nie bearbeitet haben. -
Digitale Produkte
maxPurchasegilt wieder; fehlt der Wert, etwa bei per API angelegten Produkten, greiftcore.cart.maxQuantity. Für ein Stück pro BestellungmaxPurchaseauf1setzen. -
Verkaufskanäle
Typen außer Storefront und Headless (Produktvergleich, Agentic Commerce, Typen aus Erweiterungen) werden nicht mehr mit
SYSTEM__NO_GIVEN_DEFAULT_CURRENCY_IDabgewiesen, wenn die Standardwährung nicht in der Währungsliste steht. Storefront und Headless brauchen sie weiterhin. -
Gewährleistungshinweis
Neue Systemkonfiguration
core.cart.showLegalGuaranteeNoticeInline, wirksam nur bei aktivemcore.cart.showLegalGuaranteeNotice. Platzierung über die Blöckepage_checkout_confirm_legal_guarantee_notice_inlineundpage_checkout_confirm_legal_guarantee_notice_inline_bottom. -
Upgrade-Hinweise
UPGRADE-6.7.mdenthält zu 6.7.15.1 keinen eigenen Abschnitt.
Unsere Empfehlung:
Wer Regeln auf den Warenkorb anwendet, Plugins mit eigenen Warenkorb-Positionen einsetzt oder hinter einem Cache oder CDN läuft, sollte das Update zeitnah einspielen; die beiden kritischen Punkte betreffen genau diese Shops. Für alle anderen ist es ein gewöhnliches Patch-Release, das Risiko dürfte entsprechend gering sein. Zum Testen in der Staging-Umgebung: Warenkorb mit einer Plugin-Position anlegen und Versandarten sowie Aktionen prüfen; ein digitales Produkt mit Menge 2 in den Warenkorb legen; eine Bestellbestätigung an eine Gmail- oder Outlook-Adresse schicken und auf das GARAN-Label achten.
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